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Die Schildwächter-Lymphknoten Biopsie (Sentinel lymphnode biopsy, SLNB) beim malignen Melanom/Merkelzell-Karzinom


Bei dem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) oder Merkelzell-Karzinom wird neben der Exzision des Tumors mit Sicherheitsabstand die sogenannte Schildwächterlymphknoten-Biopsie (Sentinel lymphnode biopsy, SLNB) als Standarddiagnostik empfohlen. Dabei wird am Tag vor der Operation ein radioaktiver Marker in die Stelle des Primärtumors injiziert. Dies erfolgt in der Universitätsklinik Münster in der Klinik für Nuklearmedizin am Tag vor der Operation. Am Operationstag wird dann zuerst der Tumor entfernt, oder wenn schon zuvor geschehen, mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand nachexzidiert. Danach wird in gleicher Operation der markierte Schildwächter-lymphknoten aus der Achselhöhle oder Leistenregion entnommen. Die Operation erfolgt in Vollnarkose oder bei einem Tumor an der unteren Extremität ggf. in Spinalanästhesie (sog. Rückenmarksbetäubung) und dauert ca. 1-2 Stunden.
Sollte eine Absiedelung von Tumorzellen in einem oder mehreren untersuchten Lymphknoten nachgewiesen werden, folgt die Empfehlung für die Entfernung aller Lymphknoten in der entsprechenden Region in einer zweiten OP (Leistendissektion oder Axilladissektion).

Die Leistendissektion/Axilladissektion

Der Krankenhausaufenthalt bei einer Entfernung aller Lymphknoten aus einer Lymphknoten-Region dauert ungefähr eine Woche, die Arbeitsunfähigkeit muss mit ca. 10 Tagen bis zwei Wochen antizipiert werden.
Die Lymphknoten-Dissektion erfolgt meistens mit demselben Narkoseverfahren, wie es bei der vorhergehenden OP verwendet wurde und dauert ca. eineinhalb Stunden. Der Schnitt der Schildwächterlymphknoten-Entnahme wird dabei erweitert. Bei einer Operation in der Achselhöhle wird für drei bis fünf Tage ein sog. Gilchrist-Verband angelegt oder bei Leistendissektion das gesamte Bein elastisch gewickelt, um ein Lymphödem zu vermeiden. Bei der Leistendissektion muss eine eingeschränkte Bettruhe für fünf Tage eingehalten werden. In seltenen Fällen kann postoperativ nach Entfernen der Wunddrainagen eine Wundwasseransammlung (Serom) entstehen, die durch Punktion behandelt werden kann.

Schnappfinger, schnellender Daumen

Wenn Sie unter einem Schnappfinger oder sogenannten schnellenden Daumen leiden, ist meistens eine Einengung im Bereich des Sehnenringbandes in der Hohlhand schuld. Das lästige Schnappen lässt sich durch eine Spaltung des Ringbandes beheben, so dass die Beugesehne des Fingers wieder frei gleiten kann. Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt und dauert etwa 10 Minuten. In den ersten Tagen bekommen Sie einene elastischen  Verband. Bis zum Fadenzug nach 10-12 Tagen genügt dann in der Regel ein Pflaster. Je nach Tätigkeit sollten Sie mit einer Arbeitsunfähigkeit von wenigen Tagen bis zu 12 Tagen rechnen.

Pyodermie/Furunkelose

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine chronisch-eitrige Entzündung der Haut. Die Operation hat zum Ziel, die durch Bakterien verursachten Entzündungen der Haut und des Unterhautfettgewebes, welche sich meist in stark behaarten Köperarealen (z. B. Acheln, Leisten, Hodensack, Schamhügel) befinden, zu entfernen. Um ein erneutes Aufflammen der Entzündung zu vermeiden, wird die Operationswunde nicht zugenäht. Es wird eine offenen Wundbehandlung mit speziellen Wundauflagen begonnen. Die täglichen Verbandswechsel werden zu Hause durch den Patienten (oder ggf. durch einen Pfegedienst) fortgeführt. Die Wunden heilen in 2-4 Wochen problemlos ab.  Für die Operation ist in der Regel eine Vollnarkose notwendig. Der stationäre Aufenthalt beträgt 2-3 Tage.

Hauttransplantationen

Prinzipiell gibt es zwei Arten der Hauttransplantation. Man unterscheidet die Vollhaut- von der Spalthauttransplantation:
Bei der Vollhauttransplantation wird ein komplettes Stück Haut entnommen. Das Transplantat kann aus der Leiste, hinter den Ohren oder vom Oberarm entnommen werden und wird in die Wunde eingenäht. Für eine sichere Einheilung der transplantierten  Haut ist ein guter Kontakt zum Wundgrund erforderlich, welches durch spezielle Verbanstechniken sichergestellt wird. Nach 4-6 Tagen wird der Druckverband entfernt, womit in der Regel auch der stationäre Aufenthalt endet.

Mit dem Spalthauttransplantat können hingegen beliebig große Wundflächen gedeckt werden. der Unterschied liegt darin, dass bei dieser Technik nur eine ca. 0,2 mm dicke Hautschicht oberflächlich abgetragen wird (z. B. an den Oberschenkeln oder Kopfhaut). Die Haarwurzeln werden dabei nicht entfernt, so dass die Haare im Bereich der Entnahmestelle problemlos nachwachsen. Nach Spalthautentnahme entsteht eine Art Schürfwunde, welche von alleine abheilt. Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. 6-7 Tage.

Gynäkomastie

Unter Gynäkomastie versteht man eine unverhältnismäßig groß ausgebildete Brustdrüse bei meist jugendlichen, männlichen  Patienten. Bei der Operation wird zunächst überschüssiges Fettgewebe um die Brustdrüse herum abgesaugt. Anschließend wird über einen Schnitt im Bereich des Warzenvorhofes der überwiegende Teil des Drüsenkörpers entfernt. Beim Wundverschluss wird die umgebende Haut durch eine Raffnaht an der Brustwarze befestigt. Zur Vermeidung von übermäßigen postoperativen Blutergüssen werden Redondrainagen in die Operationswunden eingelegt und ein spezieller Kompressionsverband angelegt. Die Operationszeit beträgt ca. 90 Minuten und die Dauer des stationären Aufenthaltes ca. 3-5 Tage. Für 8-12 Wochen sollte ein nach Maß angefertigtes Kompressionsmieder geragen werden, um die Narbenbildung günstig zu beeinflussen.

Abdominoplastik

Starke Gewichtsreduktion oder Schwangerschaften können zu einer Erschlaffung der Haut und des Unterhautfettgewebes im Bereich der vorderen Bauchwand führen. Ab einem gewissen Grad kann eine sportliche Aktivität und Nahrungsumstellung zu keiner weiteren Reduzierung der sogenannten Fettschürze führen. Als Folge dieser Hauterschlaffaung können in den tiefen Bauchumschlagsfalten chronische  Entzündungen und eine Pilzinfektion auftreten. Liegt eine medizinische Indikation für die Operation vor, so ist eine schriftliche Kostenzusage  der entsprechendne Krankenkasse im Vorfeld erforderlich. Durch eine Bauchdeckenstraffung, in der Fachsprache als Abdominoplastik bezeichnet, wird die überschüssige Haut und das Unterhautfettgewebe über eine horizontale in der Bikinizone gelegene Schnittführung entfernt. Überschüssige Fettpolster an den Flanken können in einer Kombination mit Fettabsaugung zu einem harmonischen Ergebnis führen. Diese ca. zweistündige Operation wird in einer Vollnarkose im Rahmen eins 3-5 tägigen Klinikaufenthaltes durchgeführt. Nach der Operation empfehlen wir das Tragen einer individuell angefertigten Kompressionswäsche für die Dauer von 6 Wochen sowie eine Sportkarenz ebenfalls von 6 Wochen. Eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 2 Wochen sollte geplant werden.

Fettabsaugung (Liposuction)

Bei der Fettabsaugung werden lokal überschüssige Fettansammlungen, die durch diätische  Maßnahmen und Training nicht zu beseitigen sind, entfernt. In der Regel befinden sich diese Problemzonen bei Frauen im Bereich der Hüften, des Gesäßes sowie an den Oberschenkeln, die sog. Reithose. Bei den Männern handelt es sich hauptsächlich um die Brust und Bauchregion. Eine Fettabsaugung stellt keine Therapie des Übergewichtes dar.
Diese Operation dauert je nach Region zwischen 1-3 Stunden und wird in einer Vollnarkose durchgeführt. Je nach Ausmaß der Absaugung verbringen Sie 1-2 Tage stationär. Kleinere Regionen können ambulant behandelt werden. Nach der Operation empfehlen wir das Tragen einer Kompressionswäsche für die Dauer von 6 Wochen. Eine Arbeitsunfähigkeit von 1 Woche sollte geplant werden.

Karpaltunnelspaltung

Bei der Karpaltunnelspaltung wird die Einengung des mittleren Handnervens (N. Medianus) behoben, um meist störende Kribbelmissempfindungen der Finger zu beseitigen.
Hierzu wird über einen ca. 3 cm langen Hautschnitt über dem Handballen das über den Nerven verlaufende bindegewebige Band (Retinaculum flexorum) durchtrennt. Wenn nötig wird der Nerv zusätzlich von einschnürendem Gewebe befreit  und eine sogenannte Neurolyse durchgeführt. Die Haut wird am Ende der Operation wieder zugenäht und ein elastischer Kompressionsverband sowie eine Unterarmschiene für 5 Tage angelegt. Der Eingriff dauert etwa 20 Minuten und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Um eine gute Übersicht zu haben wird die Operation in Blutleere durchgeführt, so dass eine Kurznarkose oder regionale Armbetäubung in Absprache mit dem Narkosearzt notwendig ist. Je nach beruflicher Tätigkeit sollten Sie mit 1-2 Wochen Arbeitsunfähigkeit rechnen.

Decubituschirurgie

Häufig entstehen durch langes Liegen oder Fehlbelastungen Druckgeschwüre an unterschiedlicher Stelle, welche nicht abheilen wollen. Hier ist eine plastische Deckung meistens unumgänglich. Am häufigsten kommt das sog. Sacraldecubitus nach längerer Bettlägerigkeit vor. Nach einer genauen Analyse der Ursache wählen wir für Sie das schonenste und effektivste OP-Verfahren, um insbesondere auch ein Wiederauftreten (sog. Rezidiv) zu vermeiden. Aufgrund  der Ausdehnung sind mitunter große Gewebeverschiebungen notwendig. Nach der Operation ist eine Lagerung in einem speziellen Luftkammerbett notwendig. Sie oder Ihre Angehörigen brauchen sich hierbei um nichts zu kümmern. In enger Zusammenarbeit  mit den Firmen kümmern wir uns um die Bereitstellung der erforderlichen medizinischen Geräte. Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit unserem Sozialdienst die notwendigen Hilfmittel für die weitere häusliche Versorgung beschafft. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 2-3 Wochen.

Hauttumoren

Hauttumoren nehmen beim Menschen rasant zu, vor allem Basalzellkarzinome (BCC), maligne Melanome (MM) und Plattenepithelkarzinom (PEC). Eine möglichst frühzeitige und großzügige Exzision wird angeraten.

Strategien:
In den meisten Fällen wird der Tumor operativ entfernt. Prizipiell gibt es dabei zwei Techniken:

  1. Die sogenannte einzeitige Technik, bei der der Tumor entfernt, im Schnellverfahren feingeweblich untersucht, und die Wunde sofort verschlossen wird.
  2. Das sogenannte zweizeitige Vorgehen, bei dem der Tumor entfernt und die Wunde für einige Tage nur mit künstlicher Haut bedeckt wird. Die Wunde wird erst dann geschlossen, nachdem der Schnittrand des Tumores komplett mikroskopisch und immunhistochemisch untersucht wurde und sicher ist, dass der Tumor vollständig im Gesunden entfernt werden konnte. Denn immerhin ist bei 7 - 30 Prozent der Fälle eine Nachresektion erforderlich. Studien zeigen, dass die zweizeitige Strategie der einzeitigen überlegen ist. Mit diesem Vorgehen lassen sich Heilungsraten von mehr als 98 Prozent erzielen. Vor allem lässt sich durch dieses Vorgehen die Zahl der Fälle erneuten Tumorwachstums (Rezidiv) deutlich reduzieren.

Tumorexzision

Ein Tumor - (Geschwulst, Schwellung) - im weiteren Sinn, ist jede Zunahme eines Gewebsvolumens unabhängig von der Ursache (gutartig, bösartig).

Die Tumorexzision (Herausschneiden einer Gewebsvermehrung), ist eine Möglichkeit der Krebstherapie. Sie bezeichnet die operative Entfernung des bösartigen Tumorgewebes.
Tumorresektion ist die komplette oder teilweise Entfernung eines Organs oder Gewebeabschnitts.
Die Tumorexzision läßt sich unterteilen in:

  • RO-Resektion: Entfernung des Tumors im Gesunden. In der Histopathologie kein Tumorgewebe im Resektionsrand nachweisbar.
  • R1-Resektion: Makroskopisch wurde der Tumor entfernt. In der Histopathologie sind jedoch kleinere Tumoranteile im Resektionsrand nachweisbar.
  • R2-Resektion: Grössere, makroskopisch sichtbare Teile des Tumors konnten nicht reseziert werden (Erhalt lebenswichtiger Strukturen).

Malignes Melanom

Operative Entfernung mit Sicherheitsabstand; so rasch wie möglich!
Das maligne Melanom wird mit einem Sicherheitsabstand je nach Tumordicke - ein Sicherheitsabstand von einem bis zwei Zentimeter entfernt. Da die Tumordicke erst histologisch bestimmt werden kann und eine sichere klinische Diagnose oft nicht möglich ist, wird zunächst eine Exzisionsbiopsie empfohlen. Nach der Diagnosesicherung erfolgt die endgültige operative Versorgung innerhalb von 4-6 Wochen.

Je nach Stadium der Melanomentwicklung folgen ggf. weitere Schritte:

  • Nachressektion eines größeren Areals
  • Suche nach ableitender Lymphbahn, Entnahme eines relevanten oder mehrerer regionärer Lymphknoten

Nachresektion:

Nachoperation an derselben Lokalisation mit der Zielsetzung, die Ausdehnung des operativen Randes (sog. Resektionsrand, Sicherheitsabstand) zu erhöhen.
Erforderlich bei lokal weiter fortgeschrittenen Melanomen mit einer unter dem Mikroskop in Millimetern ausgemessenen vertikalen Tumordicke (Verfahren nach Pathologen A. Breslow).

Sicherheitsabstand und Zusatzmaßnahmen bei der Resektion eines primären  Melanomes der Haut in Abhängigkeit der Tumordicke:

TumordickeSicherheitsabstandBemerkungenClark Level
In situ0,5 cm-III
< 1 mm1 cm-

II

1-2 mm



1 cm



Wächterlymphknoten-Dissektion bei Tumoren im Kopf-Hals ggf. elektive Neck-DissektionII
IV
V

> 2 mm


2 cm


Wächterlymphknoten-Dissektion ggf. Interferontherapie bzw. Neck-DissektionIII
IV
IV
V




Häufigkeit der 2007 behandelten Erkrankungen der Abteilung nach ICD

ICD Code (3 stellig) Bezeichnung Anzahl  
C43 Hautkrebs (Melanom) 181  
C77 Krebsabsiedlung und nicht näher bezeichneter Krebs der Lymphknoten 112  
L08 Lokale Infektionen der Haut und Unterhaut 77  
C44 Hautkrebs (nicht Melanom) 76  
C79 Krebsabsiedlung an sonstiger Stelle 63  
C49 Krebs des Bind- und Weichteilgewebes 47  
L90 Krankheiten der Haut mit Gewebeschwund 42  
D19 Gutartige Geschwulst von Blut- und Lymphgefäßen 31  
M62 Vergrößerung der Brustdrüse (durch Zellwachstum) 27  
D22 Fehlbildung der Haut und Schleimhaut 27  
C50 Krebs der Brustdrüse 24  

Operative Leistungen 2007 der Abteilung nach OPS

OPS Code Bezeichnung Anzahl
3-709 Radioaktive Funktionsuntersuchung der Lymphgefäße (Szintigrafie) 127
5-401 Ausschneiden einzelner Lymphknoten und Lymphgefäße 173
5-892 Anderes Einschneiden an Haut und Unterhaut 399
5-893 Chirurgische Wundtoilette (Wunddebridement) und Entfernung von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut 157
5-895 vollständiges und ausgedehntes Ausschneiden von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut 908
5-902 Freie Hautverpflanzung, Empfängerstelle 168
5-903 Lokale Plastische Operation mit Hautlappen an Haut und Unterhaut 116
5-916 vorrübergehende Deckung von Weichteildefekten 124
5-983 Reoperation (bei mehrzeitigen Eingriffen) auch auswärtiger Vor-OP 114
8-191 Verband bei großflächigen und schwerwiegenden Hauterkrankungen 279
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